Das Innenleben von Polstermöbeln

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Bei Polstermöbeln kommt es vor allem auf das unsichtbare Innenleben an. Gute (oder schlechte) Qualität steckt bei Polstermöbeln vorwiegend verborgen im Innenleben und macht sich erst nach längerem Gebrauch bemerkbar.

Trotz Einsatz modernster Produktionsanlagen entstehen Polstermöbel weitestgehend in Handarbeit. Die Sorgfalt, mit der hier gearbeitet wird, und die Güte der verwendeten Materialien entscheidet über den Preis und die Haltbarkeit der Polstermöbel.

Gestell

Ein solide gearbeitetes Gestell ist unabdingbare Voraussetzung für ein langlebiges Polstermöbel und hält über Jahre hinweg hohen Belastungen stand. Voraussetzung sind gut abgelagertes und astfreies Hartholz, eine solide Gestellkonstruktion und sorgfältige Verdübelungen und Verleimungen. Bei Billigprodukten werden mit unsichtbaren Material-Einsparungen die Grenzen der Stabilität schnell unterschritten.

Unterfederung

Die Unterfederung stützt die aufliegende Polsterung und hat daher einen wichtigen Einfluss auf den Sitzkomfort. Im Gegensatz zur Verspannung mit Gurten tragen Stahlwellenfedern (Nosagfedern) weitaus besser zur Abfederung der Polsterung bei. Nur ein solider Hartholzrahmen kann den enormen Zugspannungen auf Dauer standhalten; eine Spanplatte dahingegen kann diese auf Dauer nicht verkraften.

Federkern

Hier entscheiden die Anzahl der Federn pro Sitzeinheit, die Qualität und Stärke des Federstahldrahtes sowie die Gangzahl (die Zahl der Windungen der einzelnen Federn) über Preis und Formbeständigkeit. Wenn der Preis nicht mehr hergibt, treten durch schlechte Stahlqualität und nicht angemessene Querschnitte schnell Materialermüdungen auf.
Durch ein anschließendes Heißwachsbad kann Quietschen und Rosten verhindert werden.

Schäume

Schäume sind heutzutage bei der Herstellung von Polstermöbeln nicht mehr wegzudenken und durch nichts zu ersetzen. Doch Schaum ist nicht gleich Schaum: Je höher das Raumgewicht, desto höher die Dauerelastizität und so geringer die Materialermüdung. Die Haltbarkeit solcher Schaumstoffe ist mindestens so gut wie die eines Federkerns.

Durch die höhere Punktelastizität bieten diese Schaumstoffe einen besseren Sitz- und Liegekomfort als die meisten Federkernpolster. Für hochwertige Polstermöbel werden Schäume unterschiedlicher Stauchhärten exakt aufeinander abgestimmt.

In Deutschland hergestellte Schäume sind in höchstem Maße umweltvertäglich. So dürfen weder FCKW noch eine Menge anderer schadstoffverdächtiger Chemikalien zum Einsatz kommen. Im Ausland hergestellte Polstermöbel müssen diese hohen Kriterien leider nicht erfüllen, was sie natürlich billiger macht.

Polstermöbel von guter Qualität zeichnen sich durch eine optimale Abstimmung von Unterfederung und Polsterung aus. In der Sitzfläche sollte mindestens ein Raumgewicht von 35 kg/m³ und bei Armlehnen und Rücken mindestens 28 kg/m³ vorhanden sein.

Weißpolster

Das sogenannte Weißpolster aus Nessel oder Watte hat die wichtige Aufgabe, das Bezugsmaterial von den scharfkantigen Rändern der offenen Schaumstoffporen zu schützen. Wird aus Preisgründen auf dieses Weißpolster verzichtet, so führt das nach und nach zum Verschleiß der Gewebe-Unterseite, dem sogenannten „Mottenfraßeffekt“.

Bezugsmaterial

Ein Lederbezug wird genäht
Erst das Bezugsmaterial gibt dem Polstermöbel sein Gesicht. Der Wechsel von Bezugsmaterialien, Farben und Dessins verändert die Optik des Polstermöbels.

Beachten Sie: Alle Bezugstoffe müssen starken Belastungen standhalten. Von der Scheuerbeständigkeit, Lichtechtheit, Reibechtheit, Druckempfindlichkeit, Pillingverhalten, elektrostatisches Verhalten, Schmutzempfindlichkeit, Reinigungs- und Pflegeverhalten hängt es ab, ob Ihr Polstermöbel möglichst lange ansehnlich bleibt.

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